Fahrradfreizeitpark Dirtland Hamburg Langenhorn
Kleine Anfrage Nr. 26/2012
Sachverhalt/Fragen
Am 30.03.2012 fand unter der Trägerschaft des Vereins Young Dragons e.V. in der ehemaligen Tennishalle am Wittekopsweg in Langenhorn eine Demonstrationsveranstaltung für das Sportprojekt „Fahrradfreizeitpark Dirtland Hamburg Langenhorn“ statt.
Ziel des Projekt ist es, auf der Gesamtfläche (30.000m²) ein vielfältiges Angebot der Spielarten des Radfahrens, beginnend bei Kindergruppen die Trainerstunden für Geschicklichkeitsübungen buchen können, über Familienveranstaltungen und Sportwettbewerbe bis hin zu „Dirtbiking“, mit akrobatischen Einlagen versehendes Springen über Rampen auf Mountainbikes oder BMXFahrrädern, anzubieten. Die Nutzung soll ganzjährig erfolgen, auch Indoor.
Das Leitthema „Dirtbiking“ wurde am 30.03. in einer eindrucksvollen Demonstrationsveranstaltung vorgestellt. Auf einer, in wochenlanger Arbeit vorher angefertigten Strecke in einer der alten Tennishallen, zeigten über 20 Jugendliche vor Ort und einige Teamfahrer des Hamburger Fahrradherstellers Bergamont spektakuläre Akrobatik in der Luft.
Der große Andrang und die hohe Zahl an Jugendlichen (zum Teil extra aus Berlin oder Pinneberg mit Bus & Bahn gekommen) lässt die Nachfrage erahnen und zeigt den Bedarf für Sportstätten dieser Art. Ein vereinsgeführter Fahrradfreizeitpark könnte ideal in den Sportstättenentwicklungsplan der Hansestadt passen und wäre eine Chance, den sportbegeisterten Hamburgern – Aktiven und Zuschauern - ganzjährig ein spannendes Programm zu bieten, das Deutschlandweit einmalig ist.
Die ehemalige Tennisanlage am Wittekopsweg wird seit vielen Jahren nicht mehr genutzt. Die beiden Tennishallen stehen leer und zeigen bereits deutliche Zeichen des Verfalls.
Vor diesem Hintergrund fragen wir:
Mit welche Fachämtern und Fachbehörden haben die Investoren des Projekts „Dirtland Hamburg Langenhorn“ bereits Kontakt aufgenommen?
1. Welche weiteren Fachbehörden oder Fachämter müssen noch kontaktiert werden?
2. Dieses Sportangebot für alle Altersgruppen ist innovativ und im Großraum Hamburg
bislang einmalig. Hält das Bezirksamt Hamburg-Nord ein ein Angebot dieser Art für
erstrebenswert im Bezirk und speziell in Langenhorn zu realisieren?
Wenn ja, mit welchen Maßnahmen und Aufwendungen wird der Verein Young Dragons bei
der Realisierung unterstützt?
Wenn nein, mit welchen Maßnahmen und Aufwendungen wird der Verein Young Dragons
trotzdem bei der Realisierung unterstützt?
4. Wie wird aus Sicht der vom Bezirk Hamburg-Nord involvierten Fachämtern die Chance auf eine Realisierung des Projekts eingeschätzt?
5. Welche Hemmnisse gibt es aus Sicht der vom Bezirk Hamburg-Nord involvierten
Fachämter?
6. Welche Auflagen werden den Investoren zur Realisierung des Projekts gemacht?
7. In welchem baulichen Zustand sind die Tennishallen am Wittekopsweg?
8. Wäre eine Sanierung der Gebäude zum jetzigen Zeitpunkt noch machbar?
9. In welcher Höhe müsste zusätzliches Investitionsvolumen aufgewandt werden, wenn die
Hallen weiter verfallen, abgerissen und neu aufgebaut werden müssten?
Carmen Wilckens (GAL) Rachid Messaoudi (DIE LNKE)
19.04.2012
Das Bezirksamt beantwortet die Kleine Anfrage wie folgt:
Das angesprochene Gelände am Wittekopsweg mit den darauf befindlichen ehemaligen
Tennishallen befindet sich im Eigentum der Finanzbehörde und wird in deren Auftrag durch die Sprinkenhof AG verwaltet.
Das Bezirksamt begrüßt die angestrebte Nutzung in Form einer Dirtbiker-Anlage ausdrücklich und sieht darin eine Bereicherung des Sportangebots nicht nur für den Stadtteil, sondern insgesamt für den Bezirk und die Stadt.
Dies vorausgeschickt beantwortet das Bezirksamt die Fragen wie folgt:
Zu 1:
Die Bezirksamtsleitung ist auf den Verein Young Dragons e.V. und weitere Akteure zugegangen
und pflegt die Kontakte zwischen den Initiatoren des Projektes und u.a.:
– Dezernat für Jugend, Soziales und Gesundheit
– Fachamt Sozialraummanagement
– Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt
– Zentrum für Wirtschaft, Bauen und Umwelt
– Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt
– Behörde für Inneres und Sport, Sportamt
– Finanzbehörde, Immobilienmanagement
– Sprinkenhof AG
Zu 2:
Siehe Vorbemerkung. Zwischen dem Projekt und weiteren beteiligten Stellen befindet sich der Entwurf einer gemeinsamen Absichtserklärung in der Abstimmung. Ziel dieser Vorvereinbarung ist, dass innerhalb einer angemessenen Frist ein Nutzungskonzept für das Gelände als Radsportanlage entwickelt werden kann. Das Nutzungskonzept soll die Machbarkeit eines solchen Projektes unter verschiedenen Aspekten ausleuchten. Das weitere Vorgehen wäre vom Ergebnis abhängig.
Zu 3 (4):
Das Bezirksamt kann die wirtschaftlichen Chancen des Projektes noch nicht beurteilen. Es hat aber das Projekt bisher durch die Vermittlung von Kontakten, die Beratung in Verfahrensfragen und Koordinierungsschritte unterstützt. Ergänzend wurde in einem eher schlanken administrativen Verfahren die Demonstrationsveranstaltung am 30.03.2012 ermöglicht. Ausschlaggebend hierfür war, dass die Grundidee für einleuchtend und nicht unrealistisch gehalten wird.
Zu 4 (5):
Aus Sicht des Bezirksamtes gibt es gegenüber dem Projekt nach derzeitigem Kenntnisstand keine grundsätzlichen Bedenken oder bestehende Hindernisse.
Zu 5 (6):
Siehe Antwort zu 4.
Zu 6 (7) – 8 (9):
Dem Bezirksamt liegen hierzu keine belastbaren Erkenntnisse vor. Die Fragen wären im Zuge des weiteren Verfahrens in Zusammenarbeit mit der Sprinkenhof AG bzw. der Finanzbehörde als Eigentümer zu beantworten.
Harald Rösler
