PM | Aktion Alkoholfreie Kassen unterstützen – Alkoholkranke Menschen in Nord in ihrer Nüchternheit stärken. Gemeinsame Pressemitteilung Die Linke & Volt
[14.01.2026, Hamburg-Nord] – Menschen, die aufgrund ihrer Alkoholerkrankung enthaltsam leben, sind im Alltag immer wieder heiklen Situationen ausgesetzt. Dazu gehört zum Beispiel die Kasse am Supermarkt. Hier kämpfen viele Menschen, nicht wieder rückfällig zu werden. Die Aktion 'Alkoholfreie Kassen' setzt sich seit 2024 dafür ein, dass Alkohol aus dem Kassenbereich entfernt wird.
„Die ganz alltäglichen Situationen, sind meistens die heikelsten. An vielen Supermarktkassen werden Fläschchen hochprozentiger Alkohol angeboten. Das ist insbesondere für alkoholkranke Menschen ein Problem, welches einfach zu beheben wäre. Wir unterstützen daher die Aktion 'Alkoholfreie Kassen'! Es gilt, Sucht zu enttabuisieren und offen über alltägliche Unterstützung alkoholkranker Menschen zu sprechen.“
— Wiebke Fuchs, Bezirksabgeordnete der Fraktion Die Linke in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord.
„Alkoholfreie Kassen sind ein kleiner Umbau mit großer Wirkung. Wer täglich einkauft, sollte nicht an der Kasse gegen einen Rückfall ankämpfen müssen. Ich werbe dafür, dass Supermärkte im Bezirk hier vorangehen und Menschen in ihrem Alltag ohne Alkohol nachhaltig unterstützen.“
— Dr. Jörg Bormann, Mitglied der Volt-Fraktion in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord
Sachverhalt:
Laut Barmer Ersatzkasse waren in Hamburg (2022) knapp 40.000 Menschen wegen Alkoholabhängigkeit in ambulanter oder stationärer Behandlung. Das entspricht 2,6% der (volljährigen) Hamburger Bevölkerung. Zu dieser Gruppe kommen Menschen, die schon länger enthaltsam leben, aber nicht mehr in Behandlung sind, sowie Menschen, die einen risikohaften Alkoholkonsum haben.
2024 ist daher die Aktion 'Alkoholfreie Kassen' gestartet. Sie setzt sich mit Petitionen und mit Briefen an Supermärkte, sowie Vorträgen und Aktionen auf Social Media dafür ein, dass Alkohol aus dem Kassenbereich entfernt wird.
Dabei geht es explizit nicht um ein Alkoholverkaufsverbot, sondern darum, beim täglichen Einkauf einen ständigen Trigger zu vermeiden. Diese Art der Verhältnis-Prävention unterstützt suchtkranke Menschen bei ihrem Leben in Nüchternheit und signalisiert, dass es sich bei Alkohol nicht um ein „normales“ Lebensmittel handelt.
Während unseres Einkaufes stehen Menschen wartend in der Schlange. Geringe Mengen kostengünstiger Alkohol ist dabei ständig im Blick. Alkoholkranke Menschen müssen ihre Impulse die ganze Zeit kontrollieren, damit sie nicht zu diesem Mitnahme-Artikel greifen. Diesen Trigger können alkoholkranke Menschen fast nicht vermeiden: Supermärkte sind unvermeidlich für den täglichen Bedarf und die mehr oder weniger lange Wartezeit an der Kasse unvermeidlich. So kann der Einkauf zur unnötigen Stress-Situation für Menschen werden.
Darüber hinaus kann die Platzierung zwischen Kaugummi und Hustenbonbons zur Folge haben, dass für Kinder und Jugendliche der Eindruck entsteht, dass es sich bei Alkohol um eine Ware wie jede andere handelt, die ganz harmlos ist und kein schädliches Nervengift.
Aktivität:
Wir sind daher an alle vier großen Lebensmittelkonzerne Aldi-Nord, Lidl, Rewe und Edeka herangetreten und haben sie gebeten, Alkohol aus dem Kassenbereich zu entfernen. Eine freiwillige Selbstregulation wäre für uns die beste Lösung. Außerdem haben wir einen gemeinsamen Antrag (Drs. 22-1753) in die Bezirksfraktion eingereicht, welcher auf vielseitige Weise die Aktion 'Alkoholfreie Kassen' unterstützt.
Für die Fraktionen Die Linke und Volt in Hamburg-Nord steht fest: Der Weg des Bezirks zu alkoholfreien Kassen ist der Weg des Gesprächs und der Überzeugung – und nicht der eines Alkoholverkaufsverbots!
Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Wiebke Fuchs (Die Linke)
E-Mail: w.fuchs@linksfraktion-nord.de

