PM | Deutschland-Koalition will eine ihr nicht genehme Geschichtswerkstatt Fuhlsbüttel loswerden - CDU betreibt Kulturkampf von rechts und SPD, FDP schauen zu!
[11.12.2025, Hamburg-Nord] – In der heutigen Bezirksversammlung Hamburg-Nord brachte die Deutschland-Koalition einen Antrag mit dem sperrigen Titel ein: „Geschichtswerkstatt Fuhlsbüttel: strukturelle Weiterentwicklung und Neuausrichtung sowie kritische und historische kontextualisierte Aufarbeitung der Person Willi Bredels als Voraussetzung der institutionellen Förderung im Rahmen der Globalrichtlinie Stadtteilkultur 2024–2028 ab dem Jahr 2027“. Nicht nur der Titel ist sperrig. Auch im Text des Antrages werden reichlich Abschnitte der Globalrichtlinien zitiert.
„Die vielen Zitate aus der Globalrichtlinie sollen den Anschein erwecken, als handele es sich hier um einen normalen behördentypischen Vorgang. Doch dahinter verbirgt sich nichts Geringeres, als die perspektivische Abwicklung der jetzigen Geschichtswerkstatt!", kommentiert Bjørn Knutzen, Co-Vorsitzender der Fraktion Die Linke in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord.
„Der CDU ist Willi Bredel ein Dorn im Auge und die SPD möchte die womöglich frei werdenden Mittel lieber anderweitig verwenden.“*, vermutet Rachid Messaoudi, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke.
Der im Antrag gemachte Vorwurf, die Geschichtswerkstatt sei nicht breit genug aufgestellt, entbehrt jeglicher Realität. Ein Blick in die Rundbriefe, die alle online zur Verfügung stehen, verdeutlicht eine Vielzahl an Themen und Aktivitäten. Sei es in Form von Rundgängen durch die Stadtteile, dem Friedhof oder dem Befassen mit Stadtteilbild/Denkmalschutz. All diese Aktivitäten und Inhalte dienen dem Gedächtnis der Stadtteile Fuhlsbüttel, Ohlsdorf und Alsterdorf und sind typisch für Geschichtswerkstätten. Publikationen wie „Bauten in Fuhlsbüttel, Gartenstadt Fuhlsbüttel“ sowie über den Friedhof oder das Freibad Ohlsdorf widerlegen die Behauptung, man reduziere sich auf wenige Themen. 36 Jahre ehrenamtliches Engagement werden reduziert auf einen einzigen Satz im Antrag, der z. B. nicht auf die Besuche von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen eingeht, sondern nur lapidar die Zwangsarbeiterbaracken am Flughafen erwähnt. Die Deutschland-Koalition wirkt hier geradezu gefährlich geschichtsvergessen.
„Es ist schon erstaunlich, dass auf Bundesebene CDU und SPD dem CDU-nahen Think Tank, Republik 21 (R21) die Bundesmittel auf eine halbe Million Euro im Jahr für die nächsten 4 Jahre verdoppelt haben und CDU, SPD und FDP auf Bezirksebene einer seit Jahrzehnten bestehenden Geschichtswerkstatt, die weit davon entfernt ist, die Keimzelle einer kommunistischen Revolution zu sein, aus ideologischen Gründen die Mittel streichen wollen. Das Hauptziel von R21 ist übrigens, Druck auf die CDU auszuüben, die Brandmauer ganz einzureißen. Diese Tatsache und die Einschränkung der demokratischen Meinungsvielfalt sind alarmierende Signale, deren Bedeutung und Auswirkung wir nicht unterschätzen dürfen. Wehret den Anfängen!“, schließt Bjørn Knutzen.
Für weitere Informationen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Bjørn Knutzen (Die Linke)
E-Mail: b.knutzen@linksfraktion-nord.de
Rachid Messaoudi (Die Linke)
E-Mail: r.messaoudi@linksfraktion-nord.de
*Klarstellung:
In einer früheren Version war die Behauptung impliziert, bei der Geschichts- und Zukunfts-Werkstatt Langenhorn e. V.(GZWL), handele es sich um Parteifreunde der SPD, was nicht zutreffend ist. Zutreffend ist, dass die GZWL aus dem Langenhorner Bürger- und Heimatverein e. V. entstanden ist und mit diesem nach wie vor verbunden ist, welcher von Mitgliedern der SPD dominiert wird.
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