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Antrag | Mehr öffentliche Toiletten: Trockentoiletten in Hamburg-Nord erproben!

Die Linke Fraktion Hamburg-Nord

Der Antrag in Kürze und einfacher Sprache:

 

Problem:

Es gibt zu wenige öffentlichen Toiletten.

Vor allem: in Parks und an Kinderspielplätzen.

Wenn Menschen auf die Toilette müssen, dann pinkeln sie oft in die Büsche. Das ist eklig.

Das ist nicht gut für die Büsche und Bäume. Der Bezirk kann neue Toiletten bauen.

Aber das ist fast immer sehr teuer.

 

Deshalb werden fast keine neuen Toiletten gebaut.

 

Lösung:

Der Bezirk soll im Park Trocken-Toiletten aufstellen.

Und der Bezirk soll beim Kinderspielplatz Trocken-Toiletten aufstellen. Trocken-Toiletten funktionieren ohne Wasser.

Trockentoiletten sind viel billiger als normale Toiletten. Deshalb können neue Toiletten aufgestellt werden.

 

Wer soll sich darum kümmern?

Das Bezirksamt.

 

 

Sachverhalt:

In ganz Hamburg besteht der Bedarf an mehr öffentlichen Toiletten. Die Stadtreinigung betreibt im Bezirk 25 öffentliche Toiletten, dazu kommen einige weitere z. B. Markttoiletten und Friedhofstoiletten. Besonders dringend ist der Bedarf in Parks und an Kinderspielplätzen.

 

In der laufenden Legislaturperiode gab es eine längere Reihe von Eingaben und Anträge, die alle zum Ziel hatten, für mehr öffentliche Toiletten zu sorgen. Das zeigt die Dringlichkeit. Allerdings wurden nur seit 2017 nur 3 neue öffentliche Toiletten realisiert, weil der Neubau einer Toilettenanlage häufig 200.000€ und mehr kostet. In Parks kommen dazu noch die Kosten für den Anschluss an das Wassernetz und die Kanalisation.

 

Aus der Zivilgesellschaft kommen Initiativen, um den Zugang zu Toiletten günstiger zu gestalten. Zuletzt in Hamburg-Nord mit dem Start des Projekts „Nette Toilette“ in Barmbek, das mit Sondermitteln gefördert wird. In Bergedorf wurde die Prüfung sog. „Oiletten“ für Kinderspielplätze beantragt. Eine „Oilette“ ist ein Toilettensitz für Kinder, der mit einer Plastiktüte ausgestattet ist, die im Anschluss im Müll entsorgt wird.

 

In Berlin ist eine andere Lösung erfolgreich:

 

Berlin erprobte (https://www.berlin.de/sen/uvk/mobilitaet-und-verkehr/infrastruktur/oeffentliche-toiletten/klimafreundliche-parktoiletten/) von 2023 bis 2024 an 24 Park-Standorten in ganz Berlin Trockentoiletten (https://www.berlin.de/sen/uvk/mobilitaet-und-verkehr/infrastruktur/oeffentliche-toiletten/klimafreundliche-parktoiletten/), die ohne Wasser-, Abwasser- und Stromanschluss auskommen. Eine Trockentoilette trennt die festen und flüssigen Bestandteile, die aufbereitet werden können. Um den Geruch zu neutralisieren, kommt Streugut zum Einsatz. Zur Handhygiene dienen Desinfektionsmittelspender. Die Beleuchtung erfolgt durch Tageslicht bzw. Solarzelle mit Batteriespeicher. Im Berliner Modellprojekt war die Toiletten-Nutzung kostenfrei, die Toilettenanlagen umfassten eine barrierefreie Kabine, ein Steh-Urinal und ein Hockurinal.

 

Die Evaluation ergab, dass die Trockentoiletten insgesamt gut von der Bevölkerung akzeptiert werden und auch die Nutzung der Hock-Urinale/Missoirs als angenehm empfunden wird.

Berlin plant, das Angebot von Trockentoiletten zu verstetigen und bereitet eine Ausschreibung von 40-50 Anlagen vor.

 

Trockentoiletten sind günstig in der Anschaffung (ab 30.000€), die Betriebskosten (Reinigung, Instandhaltung, Leerung und Verwertung etc.) liegen bei knapp 40.000€ bei täglichem Reinigungsintervall. Es entfallen in Grünanlagen die Kosten für den Anschluss an die Kanalisation. Es wird kein Wasser verbraucht (normalerweise 6-14l pro Spülgang).

 

Mit einem Pilotprojekt kann der Bezirk Hamburg-Nord vorangehen und eine klimafreundliche, kostengünstige, geschlechtergerechte und barrierefreie Lösung ausprobieren und dem Wunsch vieler Menschen im Bezirk Rechnung tragen.

 

 

Unseren Antrag findest Du hier: Drucksache 22-2508

 

Die Linke Fraktion Hamburg-Nord
Bjørn Knutzen, Dino Ramm, Wiebke Fuchs, Volker Honold

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