🙍🏻♂️ Felix Krebs & Florian Schubert
📆 01.04.2026
⏰ 18:30 Uhr
📍 Barmbek BASCH – Wohldorfer Straße 30
💰 Eintritt gratis
Unter dem Stichwort „Baseballschlägerjahre“ ist die Explosion rechter und rassistischer Gewalt in den 1990er Jahren im wiedervereinigten Deutschland und speziell der neuen Bundesländer bekannt geworden. In Hamburg spielte sich diese Entwicklung allerdings schon ein Jahrzehnt zuvor ab. Damit zeigt sich, dass rechte Gewalt bis hin zu Tötungsdelikten kein Phänomen ist, welches vor allem durch den aggressiven Nationalismus seit der Wiedervereinigung, oder gar durch spezifische Ursachen in der ehemaligen DDR erklärt werden kann, sondern ihre Ursache vor allem in der Gesellschaft der alten Bundesländer hatte. Dass Hamburgs Baseballschlägerjahre weitgehend vergessen sind, liegt an der damals kaum betriebenen staatlichen Erfassung rechter Gewalt und an einem zivilgesellschaftlichem und auch fachwissenschaftlichem Gedächtnis, welches die Quellen aus der Zeit vor dem Internet noch nicht erschlossen hat. Und auch daran, dass in der antifaschistischen Bewegung vorhandenes Wissen zu wenig tradiert wurde, antifaschistische Archive und Zeitschriften zum Beispiel meist erst um 1990 entstanden. In den 1980er Jahren gab es mindestens acht Tötungsdelikte an Hamburger*innen mit möglichem rechtem/rassistischem Hintergrund und mindestens 13 Bomben- und Brandanschläge, sowie über sechzig vollendete Körperverletzungsdelikte mit zum Teil mehreren Opfern und zum Teil schweren Verletzungen, über welche Medien berichteten. Erschreckende Zahlen, die mit Abstand weder davor noch danach wieder erreicht wurden. Hamburgs Baseballschlägerjahre begannen mit einem Bombenanschlag im April 1980 auf die NS-Gedenkstätte am Bullenhuser Damm durch die „Deutschen Aktionsgruppen“.

