Kein Bunkerabriss in der Forsmannstraße!
Spontane Bürgerversammlung in Winterhude
„Bunkerabriss in der Forsmannstraße stoppen!“ : das forderten gestern auf einer spontanen Bürgerversammlung ca. 50 Anwohnerinnen und Anwohner in Winterhude. Sie kritisierten, dass sie als Betroffene nicht über den geplanten Abriss des Bunkers in der Forsmannstraße informiert worden waren, obwohl dieser schon vor einem Jahr im Bauausschuss beschlossen worden wurde. Empört war man ebenfalls darüber, dass man sich über den Denkmalschutz hinweg gesetzt hat. Der Bunker in der Forsmannstraße gehört zu den wenigen denkmalgeschützten Bunkern in Hamburg.
Die Bewohnerinnen und Bewohner in der Forsmannstraße und Umgebung fürchten die monatelange Umweltbelastung (Bildung von feinstem Betonstaub in der Luft, extreme Lärmbelästigung) sowie mögliche Schäden an den Gebäuden und Wohnungen durch Rissbildung), denn der Bunker steht mitten im eng bebauten Wohngebiet.
Die Versammlung erklärte sich zur Bürgerinitiative „Wir sind Winterhude“ und formulierte ein Protestschreiben an die Kultursenatorin Barbara Kisseler, in dem u.a. aus dem Denkmalschutzgutachten zitiert wird „Als Bauwerk des Zweiten Weltkrieges legt er Zeugnis ab von dem für Hamburg verheerenden Luftkrieg und ist damit gleichzeitig ein Mahnmal gegen Faschismus und Krieg .. Wegen der Bedeutung als charakteristische Eigenheit des Stadtbildes und aus historischen Gründen besteht ein öffentliches Interesse an der Erhaltung des Bauwerkes.“
Karin Haas, Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE und Mitglied im zuständigen Regionalausschuss und Bauausschuss: „Hier zeigt sich mal wieder, wie schädlich es ist, dass die Angelegenheiten im Bauausschuss hinter verschlossenen Türen verhandelt werden. Den Mitgliedern des Ausschusses wird ein Maulkorb verpasst, indem von der Verwaltung „Vertraulichkeit“ gefordert wird, und die Abriss- und Bauvorhaben werden nicht vor Beschlussfassung öffentlich angezeigt. So werden die Bürgerinnen und Bürger immer wieder vor vollendete Tatsachen gestellt und haben kein Mitspracherecht über die sie unmittelbar ihren Lebensbereich betreffenden Angelegenheiten. Auf der Grundlage des Transparenzgesetzes müssen in Zukunft Bauausschusssitzungen – wie alle anderen Ausschusssitzungen der Bezirksversammlung - öffentlich sein und die Bürgerinnen und Bürger müssen über die geplanten Bauvorhaben in ihrer Umgebung rechtzeitig vorher informiert werden.“

